Schon ist mein erster Tag resp. erste Nachtschicht vorbei und ich kann auf erlebnisreiche Einsätze zurückblicken.
Den ganzen Tag verbrachte ich locker, am Nachmittag sogar etwas geschlafen. Bald war es soweit, meinen Weg nach Pinelands unter die Räder zu nehmen.
Pünktlich um 18:30 Uhr erschien mein „zugewiesener Paramedic“, ein etwa in meinem Alter, flotter Typ, Michel Lee. Wir verstanden uns gleich auf Anhieb ganz gut, was bei mir eine riesige Erleichterung hervor rief – es scheint eine wirklich gute Zeit zu werden.
Es ging gleich los mit den üblichen Checks, wie wir es auch bei uns kennen. Auto umräumen, aufräumen und alles herrichten. Da Michel, so was wie bei uns der Tagesverantwortliche war, gehörten noch diverse andere Arbeiten dazu (Medi-Kontrolle, Krankheitsabwesenheiten klären u.s.w.). Natürlich ging es auch gleich mit gegenseitigen Fragen und Erzählungen los, so dass die Zeit schnell verging.
Der erste Auftrag
Um 20:00 Uhr kam schon der erste Auftrag: eine Verlegung eines intubierten Patienten, der auf der Strasse angefahren wurde. Wir trafen die Leute von der Ambulanz beim Eingang zum Notfall. Die Paramedics fahren alle in einem eigenen PW, daher herrscht hier ein Rendezvous System. Dazu aber später mehr… Diagnose: Schädelhirntrauma (SHT), intubiert, beatmet, nicht relaxiert (!?), einziges Medi Dormicum. Der Transport verlief ohne Probleme und wir übergaben den Patienten dem Schockraum/Überwachungsraum des Krankenhauses.
Kaum hatten wir Aufgeräumt, erreichte uns der nächste Einsatz: Verkehrsunfall, Fussgänger angefahren. Nach einigen Minuten erreichten wir den Unfallplatz. Ein riesiges Meeting von Fahrzeugen und Personen.
Ein erster Überblick ergab: Eine Person angefahren, nicht ansprechbar, GCS 5, SpO2 78%, offenes SHT, Unterschenkelfraktur rechts. Schon hiess es Intubation, Infusion und stabilisieren des Patienten auf dem Rettungsbrett. Einige Minuten nach unserem Eintreffen erschien auch schon die Ambulanz mit Verstärkung. Leider gelang mir das legen eines intravenösen Zuganges nicht auf Anhieb, ihr Infusionssystem ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Gelegenheit dies kennenzulernen. Der ganze Einsatz verlief ohne den Patienten zu relaxieren, analgesieren und sedieren!
Die Nacht verlief weiter mit einer Meldung: Schiesserei, Handverletzung. Hörte sich spektakuläre an, als es schlussendlich war. Der Patient hatte einen Durchschuss an der Hand, war adäquat und stabil. Frühmorgens um 03:00 Uhr war noch einmal eine Verlegung eines Patienten mit einer Intoxikation von trizyklischen Antidepressiva. Er war intubiert und beatmet.
Ich kann mich nicht beklagen, dass es langweilig gewesen wäre. Nach einem warmen Bad sank ich um 08:00 Uhr müde in die Federn.
Mehr zu der Arbeitsweise und der Organisation des Rettungsdienstes werde ich später berichten. Wer gleich mehr wissen will:
Metro Western Cape Ambulance Service