Paramedic Fahrzeug

09.10.2002 // Erstaunliche Massnahmen

Der heutige Tag konnte ich wieder mit Michael im privaten Ambulanz-Service verbringen. Wir hatten etwas mehr zu tun als das letzte Mal.

Der erste Einsatz war ein Herzinfarkt einer ca. 80jährigen Frau. Der Einsatz verlief ohne Probleme und wir konnten sie in einem stabilen Zustand der Intensivstation übergeben.

Im späteren Morgen folgte eine Verlegung einer Patientin für eine Angiographie, da sie eine instabile Angina-Pectoris hatte.

Herzrhythmus-Störungen mit spektakulärem Verlauf

Am Nachmittag wurden wir in eine Arztpraxis gerufen, für Patientin mit Herzbeschwerden. Die Crew von der Ambulanz war kurz vor uns eingetroffen. Die Patientin war ansprechbar, zyanotisch und der Radialispuls war knapp bis gar nicht tastbar. Das sofort angebrachte EKG zeigte eine ventrikuläre Tachikardie, BD 80/50. Da Michael dachte, dass der Blutdruck nicht zu liess Lidocain einzusetzen, nahm er erst mit dem Arzt Rücksprache. Die initial verabreichten 10mg Lidocain zeigte keine Wirkung (im Verlauf insgesamt 50mg verabreicht) und da die Patientin nicht sediert werden konnte, wurde auf die elektrische Kardioversion verzichtet. Also hiess es jetzt so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Kaum angekommen wurden wir direkt auf die Intensivstation verwiesen, wo aber weder der Arzt anwesend war, noch die nötigen Vorbereitungen getroffen worden waren. Nach mehrmaligem aufrufen des Arztes traf dieser dann auch ein. Die Patientin bekam ein Hypnotika (Schlafmittel, Propofol) verabreicht, niemand beachtete aber Airwaymanagement.

Atemstillstand erst nicht bemerkt

Prompt machte die Patientin einen Atemstillstand der wurde aber nicht bemerkt!!! Als ich Michael darauf ansprach, machte er den Arzt darauf aufmerksam. Dieser meinte, vielleicht währe es gut die Patientin zu beatmen. Wie gesagt es war nichts bereitgestellt, so musste zuerst der Beatmungsbeutel gerichtet und eine Sättigung angebracht werden. Nach der Defibrillation fiel die Patientin wieder in einen normalen Synusrhythmus mit einer Frequenz von 60. Der Arzt meinte, dies sei etwas langsam und verabreichte 0.5mg Atropin, worauf die Patientin eine Frequenz von 130 hatte. Nach einiger Zeit erwachte sie und war ansprechbar mit einer spontaner Atmung.

Ich hatte vor am Feierabend auf den Signal-Hill zu gehen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Leider war es sehr bewölkt und ich mir deshalb den Weg ersparen konnte.

Bericht vom privaten Ambulanz-Service