Der verstorbene wird untersucht

03.10.2002 // Bahnunfall

Beatmung eines Patienten
Beatmung der TB-Patientin

Anfangs schien es, als ob der Tag wieder ohne viele Einsätze vorbeigehen würde. Noch wusste ich nicht, dass es sogar noch Überstunden geben wird.
Unser erster Einsatz war eine Verlegung eines 15jährigen Mädchens mit Tb-Meningitis.

Patient auf Liege in der Notfallsation
Notfallstation im „Groote Schuur“

Beim Eintreffen war die Patientin intubiert, beatmet, reagierte auf Schmerzreiz und hatte eine mehr oder wenigergute Spontanatmung. Sie wurde für den Transport vom Beatmungsgerät genommen und über den Tubus mit Sauerstoff versorgt!!! Der Transport verlief soweit problemlos und wir übergaben die Patientin dem „Groote Schuur Hospital„.

Beinahe eine Repatriierung mit dem Flieger

Am Nachmittag bot uns das Rote Kreuz für einen Flug mit Patienten auf, d.h. ein Säugling im Inkubator von Kapstadt nach Georg und ein Patient von Georg nach Kapstadt zu fliegen. Flugdauer von je einer Stunde. Leider stellte sich heraus, dass der Patient aus Georg nicht akzeptiert wurde – warum auch immer – und so der Flug storniert wurde. Der Säugling, der bereits gebracht wurde musste wieder zurück ins Krankenhaus in Kapstadt. Da offenbar versucht wird, die Flüge möglichst auszubuchen und keine der Patienten (im speziellen der Säugling) dringend verlegt werden musste, sah man sich veranlasst auch diesen Auftrag zu stornieren.

Und dann ging es erst recht los…

Die Formalitäten erledigen
Funktionäre des Bahnbetreibers erledigen die Formalitäten.

Kurz vor Schichtende, wie es meistens ist, wurden wir für ein Bahnunglück gerufen. Meldung: Ein Patient auf dem Bahngeleise verunglückt, anscheinend noch am leben. Beim Eintreffen, waren wir die ersten.

Die Bahnlinie wird nicht unterbrochen
Die Bahnlinie wird nicht unterbrochen.

Die Unfallumgebung wieder einmal „vollgepackt“ mit Leuten, die anscheinend überhaupt keinen Respekt von den Zügen hatten, denn sie liefen andauernd über die Geleise. Vor Ort zeigte sich, dass der Patient verstorben war. Aufgrund seiner Verletzungen nahmen wir an, dass er aus dem Zug gefallen oder gestossen wurde, da er nicht allzu starke offene Verletzungen hatte. Dies sei etwas, das öfters mal vorkomme – sagte man mir.

Kaum hatten wir uns zurück gemeldet, es war inzwischen schon Feierabend, benötigte man uns bei einer Schiesserei. Dort waren die Kollegen der Ambulanz und der Feuerwehr schon vor Ort und es wimmelte nur so von Polizisten. Nachdem man uns zuerst nicht ins Haus lassen wollte, erst als klar war wer wir waren, trafen wir eine ältere Frau an, die mit einem Kopfschuss getötet wurde. Anscheinend war es ein Raubüberfall.

Nach etwa einer Stunde Überzeit erreichten wir wieder unseren Stützpunkt.

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